Am Donnerstag, den 23. Juli 2026, wurde Oberstudiendirektor Norbert Kantimm von Dr. Susanne Pacher, Abteilungspräsidentin des Regierungspräsidiums Tübingen, in den Ruhestand verabschiedet. Zur offiziellen Verabschiedung in der voll besetzten Aula des Gymnasiums waren rund 160 Personen gekommen, um in stimmungsvoller Atmosphäre auf 35 Jahre herausragende Arbeit am Gymnasium Meßstetten zurückzublicken.
35 Jahre Gymnasium Meßstetten
Norbert Kantimm, im Schwarzwald geboren, kam nach seinem Mathematik- und Sportstudium in Konstanz und Tübingen 1991 ans Gymnasium Meßstetten, wo er ab 1997 das Amt des stellvertretenden Schulleiters ausübte und ab 2011 das Amt des Schulleiters innehatte. In seinen 35 Jahren an der gleichen Schule und in seinen 15 Jahren als Schulleiter hat er die Schule in zahlreichen Projekten und Herausforderungen mit viel Herzblut, Weitblick und Menschlichkeit in höchstem Maße geprägt und weiterentwickelt.
Hohe Anerkennung und zahlreiche Fußballanalogien
Nun wurde Norbert Kantimm offiziell von Dr. Susanne Pacher in den Ruhestand verabschiedet. Sie lobte Herrn Kantimms bemerkenswerte Arbeit an der Schule, sein unermüdliches Engagement sowie seine Beständigkeit angesichts des stetigen Wandels und der damit verbundenen Herausforderungen der vergangenen Jahre. Auch die weiteren Redner – Frank Schroft, Bürgermeister von Meßstetten, Steffen Strohhäcker, geschäftsführender Schulleiter der Meßstetter Schulen, Ronny Brähmig, stellvertretender Elternbeiratsvorsitzender, Stella-Marie Wendel, Schülersprecherin, Patricia Bodmer, Vorsitzende des TSV Meßstetten, und Dirk Egger, Vorsitzender des Fördervereins – waren sich einig: Dank Norbert Kantimms Freundlichkeit, Geradlinigkeit, Strukturiertheit und Verlässlichkeit waren das Miteinander und die Zusammenarbeit nie kompliziert, sondern stets auf Augenhöhe erfolgt und von großem Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägt.
Immer wieder kam es – wie kann es bei der Verabschiedung eines Vollblutsportlers auch anders sein – zu Sport- oder Fußballanalogien. Während Dirk Egger augenzwinkernd zugab, dass er sich im Fußball mit Herrn Kantimm nicht einig wurde, betonte er zugleich, dass die Zusammenarbeit mit „Team-Player“ Kantimm deutlich besser verlief als so manche Fußball-Saison. Steffen Strohhäcker erinnert sich, wie er einmal ehrgeizig joggend von einem walkenden Herrn Kantimm mühelos eingeholt wurde. Dr. Susanne Pacher erkannte zahlreiche Parallelen zwischen Norbert Kantimm und Christian Streich, dem langjährigen Trainer des SC Freiburg: Beide - zunächst als Co-Trainer, dann als Trainer - hielten ihrem „Verein" die Treue. Wie Christian Streich in seinem „Freiburger Weg" setzte auch Norbert Kantimm nicht auf kurzfristigen Aktionismus, sondern auf Kontinuität und langfristiges Denken. Des Weiteren erwähnte sie die Wichtigkeit von Tabellen. Herr Kantimm sei ganz klar der Tabellenführer der „Excel-Ligue“: Er programmiere Tabellen, dass anderen die Ohren schlackern. Während Streich also Tabellen analysierte, erstellte Norbert Kantimm Tabellen selbst. Und beide waren damit sehr erfolgreich!
Musikalische Beiträge und ein überraschender Rapauftritt
Verschiedene musikalische Beiträge umrahmten das Programm. Den Auftakt der Feierstunde gestaltete Pianistin und ehemalige Kollegin Henriette Gärtner mit einem Satz aus Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 1 in B-Dur (BWV 825). Der Lehrerchor, für den sich Herrn Kantimm zu Ehren besonders viele Kolleginnen und Kollegen zusammengefunden hatten, setzte mit „An Irish Blessing“ von James E. Moore und ABBAs „Thank You for the Music“ stimmungsvolle Akzente. Außerdem begeisterten die Schulband und Sängerin Kitti Domahidi mit einer eigens auf Herrn Kantimm zugeschnittenen Version des „Cup Song“ aus Pitch Perfect.
Für eine Überraschung sorgte Kollege Klaus Hertel. Auch er blieb dem Thema Fußball treu: Er versuchte in seinem Beitrag, FIFA-Chef Gianni Infantino am Telefon davon zu überzeugen, die „Auswechslung Norbert Kantimms“ rückgängig zu machen, indem er zahlreiche zuvor im Kollegium gesammelte Assoziationen zu dessen Person in einer humorvollen Rap-Performance zum Besten gab. Ein sehr gelungener Auftritt, der die Wertschätzung des Kollegiums auf kreative und unterhaltsame Weise zum Ausdruck brachte. Auch wenn die Auswechslung Herrn Kantimms wohl nicht rückgängig gemacht werden kann, gab sich Klaus Hertel am Ende seines Beitrags schmunzelnd damit zufrieden, dass man den Namen Kantimm bei einer künftigen FIFA-Chef-Nachfolge im Auge behalten könne.
Zum Ende der Feier durfte Herr Kantimm selbst noch seine musikalische Seite zeigen: Auf Einladung von Henriette Gärtner nahm er am Klavier Platz, um gemeinsam mit ihr zu musizieren. Den Schlusspunkt setzten dann Schulband und Tanz-AG mit Coldplays „Viva la Vida“. Das Zusammenspiel aus kraftvollem Bandsound und schwungvoller Tanzchoreografie in bunten T-Shirts bildete einen gelungenen Abschluss.
Gedanken zum Abschied – „GZDZ“
Am Ende der Veranstaltung ergriff schließlich der scheidende Schulleiter Norbert Kantimm das Wort und lüftete das Geheimnis um das rätselhafte Kürzel „GZDZ“ auf seiner Einladung. Ganz der Pädagoge hatte er damit bewusst ein Rätsel geschaffen, das die Neugier weckte. Eine Verbindung zur Serie „GZSZ“ verneinte er gleich zu Beginn augenzwinkernd. Er habe für die Einladung bewusst kein offizielles Porträt gewählt, sondern einen Menschen darstellen wollen, der das GymMe verlässt. Und so standen für ihn als Menschen vier Schlagworte besonders im Mittelpunkt: GLÜCK, ZWEIFEL, DANKBARKEIT und ZUFRIEDENHEIT. Er habe unter anderem das Glück gehabt besondere Menschen kennengelernt und eine Schule gefunden zu haben, mit der er sich identifizieren konnte. Trotz allem gab es auch Zweifel, insbesondere bei Entscheidungen, das Richtige zu tun. So stellte sich der damalige Abiturient Kantimm z. B. die Frage, ob er in Freiburg oder Konstanz studieren solle. Als großes Glück empfinde er heute die Wahl für Konstanz, weil der zukünftige Pensionär dort seine heutige Ehefrau kenngelernt habe. Nun spüre er vor allem Dankbarkeit für alles, was er erleben und ausprobieren durfte, für die Kolleginnen und Kollegen sowie für die vielen Menschen, denen er begegnet sei. Zugleich empfinde er Zufriedenheit über die Schritte, die er in seinem Leben gegangen sei – wie etwa den Schritt, sich als Schulleiter zu bewerben. Wenn man wolle, könne man GZDZ natürlich auch ganz einfach als "Gute Zeiten, dankbare Zeiten" lesen, fügte er am Ende seiner Gedanken zum Abschied noch hinzu.
Von "Bildung auf höchstem Niveau" zur "Entspannung auf höchstem Niveau"
Die Verabschiedung von Oberstudiendirektor Norbert Kantimm war geprägt von großer Anerkennung für einen Schulleiter, „der immer den Menschen im Blick hatte“ (Stella-Marie Wendel), „der Spuren hinterlässt, die sich nicht berechnen lassen“ (Dr. Susanne Pacher), und „der eine hervorragend organisierte Schule und Menschen hinterlässt, die sich gerne an ihn zurückerinnern wollen“ (Stella-Marie Wendel). Patricia Bodmer überreichte Herrn Kantimm als Vertreterin der Sportvereine zum Abschied einen Olivenbaum – ein Symbol für sein langjähriges Wirken: Wie ein Baum, der Zeit, Pflege und Geduld benötigt und tiefe Wurzeln schlägt, hinterlässt auch seine Arbeit Spuren, deren Wirkung und Bedeutung über viele Jahre hinweg sichtbar bleiben. Die große Anerkennung für sein Wirken zeigte sich dann besonders in einem emotionalen Moment nach Herrn Kantimms Rede, als sich das gesamte Publikum von den Sitzen erhob und ihm mit langanhaltendem Applaus seine Wertschätzung ausdrückte.
„Nun beginnt die Jugend des Alters“ – mit diesen Worten leitete Bürgermeister Frank Schroft seine Zukunftswünsche für Herrn Kantimms Ruhestand ein. Der neue Plan müsse nun wohl „Ausschlafen und Genießen“ heißen, meinte Ronny Brähmig, und Stella Wendel formulierte passend dazu einen neuen Leitsatz: „Entspannung auf höchstem Niveau“. Vielleicht geht es laut Fr. Dr. Pacher für Herrn Kantimm künftig aber auch „noch ein Stück höher hinaus“ – in die alpinen Regionen, wo er nun auch außerhalb der Ferienzeiten Wanderungen und Wintersport genießen kann.
Für diesen neuen Lebensabschnitt „ohne Stundenplan“ wünschen wir Herrn Kantimm von Herzen Gesundheit, Glück und alles erdenklich Gute!
(Bericht: Manuela Riedle)
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